Ratgeber

Richtig Fieber messen

Richtig Fieber messen

Wie Sie die Temperatur exakt ermitteln

Glasige Augen, ein gerötetes Gesicht und eine heiße Stirn – typische Symptome bei Fieber. Nun heißt es, Temperatur messen! Was Sie beim Messen beachten sollten.

„Fieber unterstützt in aller Regel die Arbeit des Immunsystems beim Kampf gegen Erreger", erläutert Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf. „Die vermehrte Wärme setzt Stoffwechselprozesse in Gang, die bei der Krankheitsabwehr helfen können. Deshalb tritt Fieber sehr häufig bei Infektionen und Entzündungen auf.

Wann spricht man von Fieber?

  • 37,5 bis 38 Grad Celsius: erhöhte Temperatur
  • 38,1 bis 38,5 Grad Celsius: leichtes Fieber
  • 38,6 bis 39 Grad Celsius: Fieber
  • 39,1 bis 39,9 Grad Celsius: hohes Fieber
  • über 40 Grad Celsius: sehr hohes Fieber
  • ab 41,1 Grad Celsius: hyperpyretisches Fieber

Leicht erhöhte Temperaturen über ein bis zwei Tage gelten im Allgemeinen als unbedenklich. Erhöht sich die Temperatur allerdings auf über 39 Grad Celsius mit schwerem Krankheitsgefühl, sollte der Fiebernde von einem Arzt untersucht werden – vor allem dann, wenn weitere Krankheitszeichen hinzukommen.

Mit was messen?

Für die richtige Fiebermessung stehen Ihnen mehrere Arten von Thermometern und Methoden zur Verfügung. Elektronische Fieberthermometer sind gut ablesbar, messen schnell und genau. Sie benötigen jedoch eine Batterie.

Glasthermometer bieten im Hinblick auf ihre Messgenauigkeit eine gute Alternative. Heute gibt es Glasthermometer mit einem ungiftigen Metallgemisch. Sie sind besonders hygienisch und leicht zu reinigen, aber nicht bruchsicher.

Ohrthermometer messen die Temperatur über die im Gehörgang abgegebene Infrarotstrahlung. Die Messung erfolgt besonders schnell: Die Messzeiten liegen im unteren Sekundenbereich. Voraussetzung für eine genaue Messung ist allerdings, dass Sie die Sondenspitze exakt im Gehörgang platzieren.

Sensor-Thermometer ermitteln die Temperatur ohne Hautkontakt mittels Infrarot. Stirn- und Schläfenbereich gelten als gute Messorte. Diese Systeme sind insbesondere für kleine Kinder und Babys geeignet, weil sie kaum oder gar nicht mit dem Kind in Berührung kommen. Das macht auch nächtliches Messen möglich, ohne das Kind aufzuwecken.

Wo messen?

Da die aussagekräftigste Fiebertemperatur nur im Inneren des Körpers gemessen werden kann, gilt die Messung im Po (Rektalfiebermessung) als genaueste Methode.

Gebräuchlich ist auch die Messung unter der Zunge. Platzieren Sie das Thermometer dazu möglichst weit hinten im Mund unter der linken oder rechten Zungenseite. „Der Mund sollte dabei geschlossen sein. Auch sollten vor der Messung keine kalten oder warmen Getränke und Speisen eingenommen worden sein", rät Apotheker Lutz Engelen. „Ungeeignet ist die Methode bei verstopfter Nase und Husten.“

Die Temperaturmessung in der Achselhöhle erfordert eine lange Messzeit bis zu acht Minuten. Dies gilt auch für die Temperaturermittlung in der Leistenbeuge.

Hausmittel zur Fiebersenkung

Da Fieber ein Warnsignal des Körpers ist, sollten Sie bei erhöhter Temperatur am besten im Bett bleiben und sich schonen. Leichte Kost ist angeraten und viel Flüssigkeit, die ein fiebernder Körper in Mengen durch Schwitzen verliert.

Faustregel zur Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie für jedes Grad Celsius über 37 Grad pro Tag einen halben bis ganzen Liter Flüssigkeit mehr.

In der Apotheke gibt es neben Fieberteemischungen aus Linden- und Holunderblüten oder Weidenrinden auch Schmerz- und fiebersenkende Medikamente. Diese können die erhöhte Körpertemperatur verringern und zusätzliche Beschwerden wie Hals-, Kopf-, und Gliederschmerzen lindern.

Quelle: Apothekerkammer Nordrhein

| Von: Sandra Göbel; Bildrechte: Ermolaev Alexander/Shutterstock
Ski und Schlitten fahren mit Kindern
Eine passende Ski-Brille und Ski-Helm sorgen für sicheren Winterspaß.

Ski und Schlitten fahren mit Kindern

Zwerge vor Kälte und Sonne schützen

Schneemänner, Schlitten- oder Skifahren – für viele Kinder ist Schnee im Winter das Größte. Wie Eltern ihre Zwerge am besten auf Aufenthalte im Schnee vorbereiten und bei Auskühlungen reagieren, verrät die Stiftung Kindergesundheit.

Wasserfeste und warme Kleidung

Aufgrund ihrer verhältnismäßigen großen Körperoberfläche und ihres großen Kopfes geben Kinder schneller Körperwärme ab als Erwachsene. Eine gut abschließende Mütze oder Kapuze ist deshalb Pflicht. Als Faustregel gilt weiterhin: Neben dem Kopf müssen Hände, Füße und Nierengegend warmgehalten werden. Dafür kleiden Sie Ihr Kind am besten im Zwiebellook, also mehrere Schichten leichterer, warmer Kleidung. Als Winterkleidung bewährt haben sich lockere, porenreiche Stoffe: Dazu gehören Wollstoffe, Flanelle oder Trikotarten. Außerdem sollten Sie auf eine wasserundurchlässige Kleidung achten.

Neben dem Wetter ist das Temperament Ihres Kindes entscheidend für die Kleiderwahl: Kinder, die kaum toben oder noch am Körper der Eltern transportiert werden, müssen wärmer angezogen werden als kleine Abenteurer, die viel rennen. Genießt Ihr Nachwuchs noch vom Kinderwagen aus die Schneelandschaft, sollten Sie diesen neben Decken auch mit einer warmen Unterlage ausstatten, beispielsweise mit einem Fellsack. Eine Campingunterlage mit Aluminiumschicht unter der Matratze bietet ebenfalls guten Kälteschutz.

Sonnencreme als Sonnenschutz

Vor allem beim Skifahren gilt es sich nicht nur vor der Kälte, sondern auch vor der Sonne zu schützen. Denn in hohen Bergregionen ist die UV-Strahlung stärker. Zusätzlich reflektieren Schnee und Eis ultraviolette Strahlen und intensivieren die Sonnenwirkung. Denken Sie deshalb an Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF), idealerweise mit LSF 30 und einem UV-A- und UV-B-Filter. Eingecremt werden unbedeckte Körperstellen, also Gesicht und Hände. Kleine Lippen können Sie mit einem Sonnenbalsam-Stift schützen, ebenfalls LSF 30. Ski- oder Sonnenbrillen ergänzen die Ausrüstung.

Hinweis: Denken Sie auch bei einem wolkenverhangenen Himmel an Sonnenschutz, denn selbst dann hat die Sonne viel Kraft. 

Fettreiche Cremes bewahren vor Austrocknung

Auch Kälte und Wind belasten die Haut, da sie ihr Feuchtigkeit entziehen. Fettreiche Cremes und Salben schützen Kinderhaut vor dem Austrocknen. Verzichten Sie auf wasserhaltige Präparate, denn diese lassen die Haut bei niedrigen Temperaturen gefrieren. Welche Präparate am besten dafür geeignet sind und wie Sie diese idealerweise mit Sonnencremes kombinieren, erfahren Sie von Ihrem Apotheker.

Handschuhe schützen vor Auskühlung

Vor Erfrierungen schützt warme und wetterfeste Winterkleidung. Dazu gehören auch Handschuhe aus wasserabweisendem Material. Die Experten der Stiftung Kindergesundheit raten zu Fäustlingen mit sogenanntem „Velierschutz“: Die Handschuhe hängen an einem Band, dass Sie durch den Jackenärmel fädeln. Dies verhindert, dass Ihr Kind den Handschuh verliert.

Tipp: Ist es sehr kalt oder neigt ihr Kind dazu, leicht zu frieren, sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob ihm warm ist.

Maßnahmen bei Auskühlungen und Erfrierungen

Erfrierungen ersten Grades erkennen Sie an blasser, kühler sowie gefühlloser Haut. Erfrierungen zweiten Grades sind gekennzeichnet durch weißgraue Farbe – etwa an Fingerkuppen – und an Blasen. Auch, wenn Körperteile taub werden und anschwellen, ist dies ein Zeichen starker Abkühlung. Zunächst sollten Sie betroffene Körperteile von nasser Kleidung oder Schuhen befreien. In leichteren Fällen können Sie versuchen, die Durchblutung anzuregen: Abgekühlte Finger oder Zehen werden durch den Körper erwärmt, am besten unter der Achsel von Vater oder Mutter. Decken Sie die abgekühlten Körperpartien mit warmen Decken oder Tüchern leicht zu. Zusätzlich wärmt Tee oder Suppe von innen.

Tipp: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich zu bewegen, damit ihm zusätzlich warm wird.

Bei Kältebeschwerden zum Arzt

Ist Ihrem Kind dennoch kalt oder weist Erfrierungen auf, sollten Sie umgehend nach Hause oder zur Übernachtungsmöglichkeit zurückkehren. Ein halbstündiges Bad, warme und trockene Kleidung sowie warme Speisen und Getränke helfen, dass Ihrem Abenteurer wieder warm wird. Bei stärkeren Erfrierungen ist es ratsam, betroffene Stellen von einem Arzt abklären zu lassen.

Hinweis: Öffnen Sie Frostblasen nicht selbst. Geschlossen heilen sie besser ab. Offene Blasen hingegen sollten abgetragen werden, um eine Infektion zu verhindern. 

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

| Von: Julia Schmidt/Giulia Roggenkamp/Stiftung Kindergesundheit; Bildrechte: gorillaimages/Shutterstock
Bei Vergiftungen richtig reagieren
Selbstmordversuche durch eine Überdosis an Medikamenten sind die häufigste Vergiftungsursache bei Erwachsenen.

Bei Vergiftungen richtig reagieren

Lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen

Medikamente, Suchtmittel, Putzutensilien – Vergiftungen geschehen häufiger als viele Menschen denken. Umso wichtiger ist es, für den Notfall vorbereitet zu sein. Wie Sie im Vergiftungsfall richtig handeln, lesen Sie hier.

Gerade bei Kindern sind akute Vergiftungen (Intoxikation) keine Seltenheit: Herumliegende Medikamente, Putz- oder Pflanzenschutzmittel erwecken die Neugierde der kleinen Abenteurer und führen jährlich bei 30.000 Kindern zu einer Intoxikation. Bei Erwachsenen sind meist Selbstmordversuche ursächlich für Vergiftungen, die überwiegend mit einer Überdosis an Medikamenten getätigt werden, häufig in Kombination mit Alkohol. Auch Giftstoffe aus Pilzen, Pflanzen oder Beeren oder das Einatmen von giftigen Gasen über die Lunge bergen Gefahren. Je nach Art der toxisch wirkenden Substanz (Noxe) reagiert meist der Verdauungstrakt mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö) oder Koliken. Auch das Nervensystem kann mit Erregungszuständen beteiligt sein. Bei Vergiftungen werden die grundsätzlichen lebensrettenden Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe durchgeführt. Je nach Vergiftungsart und Situation können die einzelnen Maßnahmen variieren. Dies müssen Sie vor Ort entscheiden. Der Apotheker Dietmar Kramer erklärt Ihnen in der PTA-heute, welche Aspekte infrage kommen.

Gefahrenzone verlassen und an Eigenschutz denken

Bringen Sie den Betroffenen aus der Gefahrenzone. Achten Sie dabei auf Ihre eigene Sicherheit – diese hat Vorrang. Je nach Situation sollten Sie beispielsweise – wenn vorhanden – Schutzhandschuhe anziehen oder eine Beatmungshilfe nutzen. Ist die Lebensgefahr zu groß, rufen Sie die Feuerwehr, den Rettungsdienst oder die Polizei. Schätzen Sie ein, ob es notwendig ist, einen Notarzt (112) zu rufen. Fühlen Sie sich bis zum Eintreffen der professionellen Hilfskräfte mit der Situation überfordert, holen Sie sich bei Passanten oder Nachbarn Verstärkung. 

Giftnotrufzentrale bietet professionelle Beratung

Fachgerechte Hilfestellung können die Giftinformationszentrum (GIZ) leisten. Die neun bundesweiten Zentralen sind rund um die Uhr besetzt und werden Ihnen in der Regel mehrere W-Fragen zur Vergiftung stellen. Anschließend erhalten Sie konkrete Anweisungen, was in Ihrem Fall zu tun ist. Die Experten der GIZ werden Ihnen auch mitteilen, ob und wie Sie die Aufnahme der Noxe stoppen oder den Wirkungseintritt verzögern können. Bei Vergiftungsunfällen gibt es Erste-Hilfe-Maßnahmen, die unwirksam oder gefährlich sein können, erklärt der Apotheker Kramer. Nutzen Sie das Beratungsangebot der GIZ und erkundigen Sie sich im Zweifelsfall, was Sie beachten sollten.

Vitalfunktionen durch Sofortmaßnahmen aufrechterhalten 

Prüfen Sie das Bewusstsein sowie die Orientierungs- und Erinnerungsfähigkeit des Betroffenen: Sprechen Sie den Hilfebedürftigen an, fragen Sie nach seinem Namen, beruhigen und trösten Sie ihn. Außerdem sind die Lebensfunktionen zu kontrollieren und aufrechtzuerhalten, also Kreislauf (Blutdruck, Puls) und Körpertemperatur. Stellen Sie sicher, dass der Betroffene problemlos atmen kann. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in die Luftröhre oder Lunge fließt und zur Erstickung führt. Mit einer stabilen Seitenlage können Sie dies verhindern. Versucht der Betroffene zu Erbrechen, unterstützen Sie ihn am besten. Erzwingen Sie jedoch kein Erbrechen. Blockiert eine Zahnprothese die Atemwege, entfernen Sie diese. Eine zurückgefallene Zunge kann ebenfalls das Atmen von Bewusstlosen behindern und sollte daher in die richtige Position gebracht werden. Bei Atemstillstand führen Sie sofort eine Wiederbelebung mittels Herzdruckmassage durch. Je nach Blutungsstärke offener Wunden, decken Sie diese mittels Verbandsmaterial oder Vergleichbarem ab. Bei sehr starkem Blutverlust lagern Sie das betroffene Körperteil über das Niveau des Herzens, damit der Druck nachlässt.

Vergiftungsursache verwahren 

Für die Behandlung im Krankenhaus ist die Untersuchung der Vergiftungsursache wichtig. Stellen Sie deshalb das Erbrochene, Verpackungen der vermeintlich ursächlichen Medikamente, Putzmittel oder Sonstigem sicher. 

Weitere Betreuung des Betroffenen

Eine Decke schützt den Körper vor Kälte und vermittelt das Gefühl von Geborgenheit. Kontrollieren Sie wiederholt Atmung und Bewusstsein. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Hinweise der GIZ durchgeführt haben, soweit Ihnen dies möglich ist. 

Quelle:

Dietmar Kramer: Vorsicht, giftig! Bei Vergiftungen richtig handeln. In: PTA-heute, Heft 8, April 2016, S. 72-75.

| Von: Julia Schmidt/Dietmar Kramer/PTA-heute/DAV; Bildrechte: nenetus/Shutterstock
Homöopathie bei Verbrennungen
Lokale Präparate erst auf die geschlossene Wunde auftragen.

Homöopathie bei Verbrennungen

Pflanzenkraft für gesunde Haut

Kerzen, Räucherwerk oder Fondue – zwischen den Jahren hantieren wir oft mit offenem Feuer und heißen Flüssigkeiten. Schnell kann es zu Verbrennungen kommen. Wie Sie die Heilung leichter Verbrennungen mit homöopathischen Mitteln unterstützen.

Schwere der Verbrennungswunde einschätzen

Die Behandlung von Verbrennungen richtet sich in erster Linie nach dem Allgemeinzustand des Betroffenen und der Schwere der Wunde. Deshalb sollten Sie zunächst überprüfen, um welchen der drei Verbrennungsgrade es sich in Ihrem Fall handelt:

  1. Verbrennung 1. Grades: Hautrötung, leichte Schwellung, Schmerzen
  2. Verbrennung 2. Grades: Hautrötung, Blasenbildung, starke Schmerzen
  3. Verbrennung 3. Grades: weiße, graue oder schwarze Haut, kein Schmerzempfinden in der geschädigten Haut

Meistens können Sie Verbrennungen des ersten Grades und kleinflächige zweitgradige Verbrennungen mit Mitteln der Hausapotheke behandeln. Betreffen die Verbrennungen jedoch das Gesicht, die Genitalien oder sind Sie nicht sicher, um welche Stufe es sich handelt, suchen Sie am besten einen Notarzt auf. Dies gilt auch, wenn mindestens 10 Prozent der Körperoberfläche verbrannt sind. Auf jeden Fall zum Notarzt sollten Sie bei größeren Verbrennungen des zweiten Grades und immer bei Wunden dritten Grades.

Hinweis: Die Handfläche des Verletzten entspricht ca. 1 Prozent der Körperoberfläche.

Tipp: Gerade zu Weihnachten kann es bei Unfällen mit Feuer auch zu Rauchbildung kommen. Wenn Sie heißen Rauch eingeatmet haben, lassen Sie dies am besten von einem Arzt abklären.

Die Apothekerin und Heilpraktikerin Nicole Schlesinger gibt in der PTA-heute Tipps, wie Sie die schulmedizinische Wundheilung von Verbrennungen ersten und kleineren Verbrennungen zweiten Grades mit homöopathischen Mitteln unterstützen. Sprechen Sie die Anwendung der homöopathischen Mittel unbedingt vorher mit Ihrem Therapeuten oder homöopathisch kundigen Apotheker ab. Personen, die gegen die Wirk- oder Hilfsstoffe der aufgeführten Präparate allergisch reagieren, erfahren von Ihrem Therapeuten oder Apotheker Alternativen.

Kleine und leichte Verbrennungen zunächst Kühlen

Sofort nach der Verbrennung ist es wichtig, dass Sie die für Verbrennungen geeigneten Sofortmaßnahmen einleiten. Lassen Sie anschließend die erst- und kleinflächige zweitgradige Verbrennungen zunächst offen. Brandwunden decken Sie idealerweise mit metalisierten Folien ab. Falls Sie keine zur Hand haben, können Sie sterile feuchte Tücher auflegen. Gele, Salben oder Puder dürfen Sie erst auftragen, sobald die Haut der Wunde wieder zugewachsen ist.

Salbe auf geschlossener Wunde auftragen

Mit der Echinest® Salbe können Sie die Wundheilung unterstützen und die Normalisierung der Hautfunktionen anregen. Das Mittel enthält Urtinkturen aus Hamamelis virginiana (Zaubernuss) und Echinacea angustifolia (Schmalblättriger Sonnenhut). Insofern Ihr Therapeut oder Apotheker es Ihnen nicht anders angeordnet hat, tragen Sie die Salbe etwa 3 mm dick auf Verbandmull auf und legen Sie dieses auf die verbrannte Hautstelle. Erneuern Sie den Verband nach Bedarf ein- bis zweimal am Tag, mindestens jedoch einmal täglich.

Komplexhomöopathikum

Je nach Verbrennungsgrad benötigt die Hauterneuerung eine Weile und kann mit Schmerzen verbunden sein. Die Apothekerin rät daher zur Einnahme von Komplexhomöopathika, etwa zu Traumeel® S Tabletten. Das Mittel besteht aus Pflanzen wie Atropa belladonna (Schwarze Tollkirische), Aconitum napellus (Blauer Eisenhut), Hepar sulfuris (Stoffgemisch aus unterschiedlichen Kaliumverbindungen) und Mercurius solubilis Hahnemanni. Letzteres ist ein von Samuel Hahnemann selbst entwickeltes Homöopathikum. Außerdem enthält das Präparat Wirkstoffe aus den Pflanzen, wie sie in der oben genannten Echinest® Salbe enthalten sind. Die Wirkstoffe fördern die Heilung und lindern den Schmerz. Hat Ihnen Ihr Therapeut oder Apotheker nichts anderes verordnet, lassen Sie dreimal täglich eine Tablette im Mund zergehen. Ohne ärztliche Verordnung sollten Sie das Komplexmittel nicht länger als acht Wochen anwenden.

Quellen:

Nicole Schlesinger: Komplexhomöopathika bei kleineren Verletzungen. In: PTA-heute, Heft 21, November 2014, S. 84-86.

| Von: Julia Schmidt/Nicole Schlesingern/PTA-heute; Bildrechte: Arman ZhenikeyevShutterstock